Die Fußballbundesliga befindet sich in der Länderspielpause. Doch kein Grund für Langeweile! Denn in einer anderen Sportart mit rundem Spielgerät fällt die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft an diesem Wochenende.

 

Berechtigte Hoffnungen machen sich noch die Kegelspezialisten des SV 90 Fehrbellin, die begehrte Trophäe zum zweiten Mal nach 2010 nach Brandenburg zu holen. Zwischenzeitlich konnte der Konkurrent von der SG ETV/ Phönix Kiel den Pott acht Mal nacheinander in die Höhe strecken – was für eine beeindruckende Serie.

Doch damit soll nun Schluss sein. „Im letzten Jahr waren wir bereits ganz knapp dran“, erinnert sich Sebastian Krause an die Vorsaison, als am letzten Spieltag acht Kegel zu wenig umgeworfen wurden. „Diesmal wollen wir es besser machen. Wir haben es wieder in der eigenen Hand, doch im Gegensatz zum Vorjahr brauchen wir nur vier Punkte.“

Gespielt werden zwei Spiele an diesem entscheidenden Wochenende. Am Samstag tritt der SV 90 Fehrbellin bei der Kegelabteilung von Hertha BSC Berlin an. Das Spiel wird auf der altehrwürdigen Anlage am Betriebsbahnhof Schöneweide stattfinden. Die ersten Kugeln rollen ab 13 Uhr.

Sonntag geht es dann noch etwas weiter Richtung Osten. Nur 3,2 km Luftlinie entfernt steigt das Saisonfinale an der Alten Försterei. Hinter dem Unionlokal „Abseitsfalle“ befindet sich eine 16-Kegelbahnen-Anlage, auf der der SV 90 gegen Union Oberschöneweide bestehen muss. Hier geht es um 10 Uhr los.

 

Das Team

Im Aufgebot des im Ruppiner Land ansässigen Teams stehen mit Alexander Wolski und Benjamin Münchow zwei Wahlberliner, die in Fehrbellin groß geworden sind. Kapitän Dirk Sperling und Daniel Neumann zogen zudem erst kürzlich aus der Bundeshauptstadt in die brandenburgische Landeshauptstadt. Etwas idyllischer wohnen Dietmar Stoof (Werder) und Jonathan Jaeger (Glindow). Der Siebte im Bunde ist der in Königs Wusterhausen sesshafte Sebastian Krause.

Mit einem Altersdurchschnitt von 33,3 Jahren liegt das Septett im unteren Drittel der Liga. Dennoch kann man viel Erfahrung aufbieten. Neben Dietmar Stoof, der mit 444 Spielen die meisten Bundesliga-Einsätze vorweisen kann, haben Daniel Neumann (360) und Alexander Wolski (300) bereits die 300er-Marke geknackt. Dirk Sperling (293) und Sebastian Krause (284) liegen knapp dahinter. Auch Benjamin Münchow ist mit 175 Spielen schon fast ein alter Hase. Jonathan Jaeger, der seine erste Bundesliga-Saison spielt, kann immerhin auf 15 Einsätze zurückblicken. Unvergessen ist sein Auftritt in Kiel, als der Newcomer einen wichtigen Beitrag zum Punktgewinn leistete, ohne den die 90er gar nicht in dieser aussichtsreichen Lage wären.

 

Rechenspiele

Wie bereits eingangs erwähnt, liegt der SV 90 auf Platz eins der Tabelle (44 Punkte). Titelverteidiger Kiel (42) folgt mit zwei Punkten Rückstand und muss zu Hause gegen Aufsteiger Bergedorf und Rekordmeister Hannover ran. Das letztgenannte Team wiederum liegt mit 41 Punkten auf Rang drei.

Klar ist: mit zwei Siegen, also sechs Punkten, wären die 90er Deutscher Meister. Holt man in Berlin vier oder drei Punkte, hängt alles von den Spielausgängen in Kiel ab. Dann könnte man mit Kiel punktgleich sein und die Einzelwertungspunkte würden die Entscheidung bringen.

Der Seriensieger aus dem hohen Norden kann erneut feiern, wenn man beide Heimpartien ohne Punktverlust gewinnt und die 90er nicht mehr als drei Punkte holen. Sollten sich die Kieler einen Punktverlust leisten, darf Fehrbellin nur zwei Zähler im Gepäck haben.

Hannover könnte zum 15. Mal den Pott nach Niedersachsen holen, wenn es in Oldenburg und Kiel sechs Punkte holt und die Rhinstädter nur zwei Punkte erkämpfen.

Die 90er haben also als einziges Team alles selbst in der Hand. Im letzten Jahr gewann Fehrbellin bei beiden Hauptstadtclubs den Zusatzpunkt. Bei der Hertha war man zudem nah am Dreier dran. Nur dank einer Topleistung gewannen die Blau-Weißen das Spiel.

 

Ein Blick auf die bei Punktgleichheit entscheidenden Einzelwertungspunkte (EWP) zeigt, dass Fehrbellin bei 905:655 steht, während Kiel ein Verhältnis von 850:710 vorweisen kann. Legen wir zu Grunde, dass Kiel an beiden Tagen das Optimum, also 57:21, herausholt, kommt das Team auf 964:752 EWP. Um dann auf die gleiche Punktzahl zu kommen benötigt der SV 90 vier Zähler, also an beiden Tagen mindestens den Zusatzpunkt. Den gibt es ab 32 EWP für das Gästeteam. Man hätte also mindestens 64 EWP eingestrichen, damit es überhaupt zu der Situation kommt, dass die EWP wichtig werden. Damit stünde das Ruppiner Team bei 969 EWP – Kiel kommt aber maximal auf 964 EWP. Somit ist klar: Holt der SV 90 Fehrbellin die nötigen vier Punkte, ist man nicht mehr einzuholen.

Angesichts der Tabellenkonstellation wird es voraussichtlich erst am letzten Spieltag zur Entscheidung kommen. Wahrscheinlich ist sogar, dass Kiel und Fehrbellin mit der gleichen Punktzahl in das letzte Spiel starten. Sowohl die Kegelszene als auch der neutrale Betrachter können sich auf einen nervenaufreibenden Kegelkrimi freuen.

 

Informationen für Schlachtenbummler:

Sa., 23.03.2019, 13:00 – 15:30 Uhr

Hertha BSC Berlin – SV 90 Fehrbellin

Kegelcenter Lok Schöneweide, Adlergestell 103, 12439 Berlin

 

So., 24.03.2019, 10:00 – 12:30 Uhr

SG Union Oberschöneweide – SV 90 Fehrbellin

Kegelsportzentrum Hämmerlingstraße, Hämmerlingstraße 80-88, 12555 Berlin

 

Im Anschluss an das Sonntagsspiel findet die Ehrung durch einen Vertreter des Deutschen Bohlekegler-Verbandes (DBKV) statt.

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Am 19. und 20. Spieltag hatten die Bundesligakegler aus Fehrbellin zwei vermeintlich einfache Gegner zu Gast. Mit dem SV Blau-Weiß Stavenhagen und dem KV Hansa Stralsund kamen zwei Clubs, die in dieser Saison auswärts noch nichts reißen konnten. Die 90er hingegen behielten zuletzt in 49 Heimspielen in Serie die weiße Weste. Doch der Jubiläums-Sieg musste hart erkämpft werden.

 

SV 90 Fehrbellin - SV Blau-Weiß Stavenhagen 3:0 (5400:5283 Holz, 51:27 EWP)

Die 90er Startachse Alexander Wolski/ Dirk Sperling sorgte für eine beruhigende 68-Holz-Führung. Kurios: Alexander gelang mit 908 Holz zum dritten Mal in Folge auf der Heimbahn das gleiche Ergebnis. Dirk sicherte sich mit fünf Holz mehr wieder einmal den Tagesbestwert. Auf Seiten der Gäste konnten Klaus Wehrmann und Sven Wiesener 886 und 874 Holz abräumen.

In der Mittelachse zeigte 90er Dietmar Stoof eine sehr gute Leistung. Lohn war die Einstellung der Tagesbestleistung seines Kapitäns. Partner Benjamin Münchow quälte sich über alle vier Bahnen und konnte mit 871 Holz einen Kegel mehr erspielen, als Gästespieler Andreas Huth, der es mit einer Abschlussfünf versäumte, noch mehr Spannung in die Partie zu bringen. Da der zweite Stavenhagener Torsten Schwarz mit 890 Holz ein Topergebnis erkämpfte, war die Entscheidung um den Zusatzpunkt dennoch offen.

Die 90er Schlussachse Jonathan Jaeger/ Sebastian Krause sollte nun dafür sorgen, dass der Dreier in der Rhinstadt bleibt. Aber insbesondere Stavenhagens Steffen Ast hatte etwas dagegen. Lange Zeit sorgte er dafür, dass das Heimteam zittern musste. Trotz der Mannschaftsbestleitung von 897 Holz blieben aber alle drei Punkte beim Favoriten. Sebastian Krause lag am Ende noch zehn Holz über dem Bestwert des Gästekeglers und Jonathan Jaeger komplettierte mit 888 Holz den 50. Heim-Dreier in Folge. Stavenhagens Klaus-Dieter Zaluski konnte mit 866 Holz nichts ausrichten.

 

SV 90 Fehrbellin - KV Hansa Stralsund 3:0 (5362:5209 Holz, 56:22 EWP)

Für 90er Alexander Wolski gab es bereits vor dem ersten Wurf Grund zur Freude. Seit 14 Jahren spielt er mit den 90ern in der Bundesliga. Es war gegen Stralsund das insgesamt 306. Spiel. Der Rhinstädter trug an diesem Tag zum 300. Mal das 90er Trikot und konnte als Erinnerung ein Präsent entgegennehmen.

Es sollte ein Arbeitssieg für das Fehrbelliner Sextett werden. Alexander Wolski (891) und Dirk Sperling (906) brachten die 90er Farben mit 63 Holz sicher in Führung, kamen jedoch an die Vortagsergebnisse nicht heran. Für die Kegler von der Ostsee kamen Andreas Kammann und Manfred Dill auf 860 und 874 Hölzer. Auch der Mittelblock ging erwartungsgemäß an die Hausherren. Dietmar Stoof erspielte mit 897 Holz Durchgangsbestwert. Benjamin Münchow zeigte sich mit 881 Hölzern leicht verbessert. Da die Stralsunder Udo Berndt und Joachim Rasch den Wettkampf mit 854 beziehungsweise 878 Holz beendeten, lagen alle vier 90er vorne. Dass es für Stralsund nicht die Höchststrafe gab, konnten die Gäste Torsten Hochmann verdanken, der mit 883 Holz zwei Holz über dem Ergebnis von Benjamin Münchow lag. Partner Christian Ziems beendete den Wettkampf mit 860 Holz. Auf Gastgeberseite konnte Jonathan Jaeger mit 898 Holz das zweibeste Tagesergebnis erspielen, während sich Sebastian Krause zu 889 Holz mühte.

 

Vor dem letzten Doppelspieltag liegen die 90er nun wieder auf Rang eins der Bundesliga-Tabelle - zwei Punkte vor Meister Kiel, die in Schwerin und Seedorf jeweils einen Zähler erkämpften. In zwei Wochen haben die Kieler Heimrecht gegen Bergedorf und Hannover. Die Rhinstädter spielen bei den beiden Hauptstadtclubs Hertha BSC und Union. Will man den zweiten Titel nach Fehrbellin holen, muss man vier Punkte holen, vorausgesetzt die Kieler holen auf den Heimbahn jeweils den Dreier.

Hertha BSC gab bislang nur vier Punkte auf der Heimbahn ab – drei davon gegen den Meister aus Kiel. Die 90er konnten bereits drei Mal in neun Versuchen bei der Hertha gewinnen, drei Mal ging man mit dem Zusatzpunkt nach Hause.

Gelingt ein Sieg, muss der SV 90 am Sonntag gegen Union Oberschöneweide nur den Zusatzpunkt holen. Die Unioner kämpfen derzeit mit einer Formdelle. War man als Medaillenanwärter in die Saison gestartet, findet man sich derzeit mit einem ausgeglichenen Punktekonto im Niemandsland der Tabelle wieder. Gerade die heimischen Leistungen lassen zu wünschen übrig. Gegen Kiel und Hertha setzte es in der Rückrunde schmerzhafte Niederlagen. Dazu der Punktverlust gegen Seedorf, als man mit nur vier Holz gewinnen konnte. Vermutlich ist hier eher der Sieg für Fehrbellin möglich, als am Samstag. Doch darauf wird man es nicht ankommen lassen wollen.

Auch Rekordmeister Rivalen Hannover hat noch Außenseiterchancen auf die Meisterschaft. Dazu müsste Hannover aber sowohl in Oldenburg, als auch in Kiel siegen.

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Donnerstag, 07 März 2019 15:18

Fernduell mit Kiel geht in die nächste Runde

Wie viel Punkte – aktuell sind es zwei – liegen nach dem vorletzten Doppelspieltag zwischen Meister Kiel und Vizemeister SV 90 Fehrbellin? Gibt es wieder ein Herzschlagfinale um die deutsche Meisterschaft, wie es im Vorjahr der Fall war, oder hat der Titelverteidiger bereits den neunten Meistertitel in Folge unter Dach und Fach? Am vorletzten Spielwochenende ist beides möglich.

Dies liegt an der Konstellation, dass Kiel auswärts antreten muss, während die 90er Heimrecht haben. Das wiederum heißt für die letzten Spiele, dass der Titelverteidiger zu Hause wohl sichere sechs Punkte einfahren wird, während die 90er sich in Berlin jeden Punkt hart erkämpfen muss.

Vereinfacht gesagt: Sollte Kiel nach den beiden kommenden Spielen in Seedorf und Schwerin auch nur ein Pünktchen vor den 90ern liegen – dazu müsste man mindestens fünf Punkte in der Fremde holen – wäre der Titel praktisch so gut wie sicher. Sollten es gar alle sechs Zähler werden, wird selbst der kühnste Optimist auf Seiten der 90er die Hoffnung auf die Meisterschaft in diesem Jahr begraben. Dann nämlich müsste der Meister zu Hause an beiden Tagen den Zusatzpunkt hergeben und Fehrbellin zwei Auswärtssiege einfahren. Fragt sich, was davon unwahrscheinlicher ist.

 

Hausaufgaben machen

Doch bei all den Rechenspielen darf man nicht vernachlässigen, dass die Punkte erst einmal in der Rhinstadt bleiben müssen. Klar, von der Papierform her erwartet man zwei klare Heimsiege. Ganze 49 Spiele musste der SV 90 nicht mehr dem Gegner zu einem Punktgewinn gratulieren – eine beeindruckende Serie. Und keiner zweifelt daran, dass Nummer 50 und 51 folgen werden. Doch meistens passiert es, wenn man sich zu sicher fühlt.

Die Gegner vom SV Blau-Weiß Stavenhagen und KV Hansa Stralsund liegen in der Tabelle auf Rang zehn und zwölf. Während Stralsund nur noch ein Wunder helfen kann, zählt für die Reuterstädter jeder Unterwertungspunkt für den Klassenerhalt. Doch auf fremden Bahnen sind beide Teams bislang zahnlose Tiger. Kein einziger Punkt steht aus neun Gastspielen zu Buche.

Dennoch ist Vorsicht geboten. Beide Teams kennen die Bahnen, verfügen über gute Einzelspieler und haben erfahrungsgemäß weniger Probleme, sich auf die fehrbelliner Wurfanlage einzustellen, als es bei tabellarisch besser positionierten Clubs zu beobachten war. Zudem fehlt mit Daniel Neumann voraussichtlich der Spieler in Reihen der 90er krankheitsbedingt, der beim letzten Heimauftritt den Tagesbestwert erspielte. Einen weiteren Ausfall – Sebastian Krause ist mit Rückenproblemen noch fraglich – sollte es nicht geben.

„Ich hatte Anfang der Woche Schmerzen im oberen Rücken, habe mich aber gut erholt und werde zu 99 Prozent spielen können.“, ist Sebastian am Donnerstagnachmittag optimistisch. „Bei Daniel sieht das etwas anders aus. Er hatte Fieber und liegt mit Angina flach. Im Hinblick auf das Saisonfinale werden wir ihn nur einsetzen, wenn er zu 100 Prozent fit ist.“

 

Ein Auge gilt dem Liveticker

Natürlich drücken die 90er auch dem langjährigen Rivalen aus Seedorf sowie Abstiegskandidat Einheit Schwerin die Daumen. Denn auf deren Schützenhilfe ist man angewiesen, will man realistische Chancen auf den Titel behalten. Im vergangenen Jahr holte Kiel in Schwerin (32 EWP) und Seedorf (33 EWP) jeweils knapp den Zusatzpunkt.

Schwerin rangiert in der Tabelle auf dem vorletzten Platz und hat einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer. Es besteht also kein Zweifel, dass die Mecklenburger bis in die Haarspitzen motiviert sein werden. Allerdings ist man mit acht abgegebenen Punkten das zweitschwächste Heimteam der Liga.

Seedorf liegt mit 25 Punkten auf Rang vier der Heimtabelle und musste erst zweimal den Zusatzpunkt abgeben. Gegen den Meister will man die gute Heimbilanz bestätigen. Doch in den vergangenen Wochen fehlten die absoluten Topergebnisse, die man gegen den Serienmeister brauchen wird.

 

Abstiegsangst in der zweiten Bundesliga

Aber nicht nur in der deutschen Eliteliga geht es spannend für die 90er zu. Auch die Zweite braucht dringend ein Erfolgserlebnis in der Fremde. Drei Punkte trennen die Mannen um Kapitän Norbert Krämer von einem Nichtabstiegsplatz.

Am Wochenende reist man wie der BBC 91 Neuruppin in die Bundeshauptstadt. Zweimal geht es zur Kegelbahnanlage Hämmerlingstraße. Gegner sind Sparta Berlin und Union Oberschöneweide II. Natürlich will man wenigstens um den Zusatzpunkt beim Tabellensechsten beziehungsweise Tabellendritten mitspielen. Auch hier hofft man auf gleichzeitige Schützenhilfe der beiden Spandauer Teams die in Seyda. Mit zwei Siegen könnten die Kegler aus Sachsen-Anhalt den Klassenerhalt perfekt machen und damit die 90er in die Landesliga schicken.

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Sonntag, 24 Februar 2019 13:58

Tabellenführung eingebüßt

Am 17. und 18. Spieltag der Bohlekegel-Bundesliga hatten die 90er schwere Auswärtsaufgaben vor der Brust. Bergedorf und Hannover zeigten sich in guter Verfassung gegen den Tabellenführer. Selbige musste man zwar an Dauerrivalen Kiel abgeben, ist aber angesichts eines Rückstands von lediglich zwei Punkten weiter zuversichtlich, das Ruder in den letzten vier Spielen noch herumzureißen.

 

SKV Bergedorf – SV 90 Fehrbellin 2:1 (5344:5285 Holz, 44:43 EWP)

Nach dem Einspielen hätten die 90er sofort ein 2:1 unterschrieben. Doch nach dem Spielverlauf sah die Sache etwas anders aus.

Bereits nach wenigen Würfen im Einspielen konnte man erkennen, dass die Bahn den Spielern einen außergewöhnlichen Wurf abverlangen wird. Alle Spieler der Gäste hatten größten Respekt vor den Leistungen, die in den vergangen Spielen auf dieser Anlage gezeigt wurden. Doch auch solche Brocken liegen auf dem steinigen Weg zur Meisterschaft.

So nahmen die Rhinstädter in Person von Daniel Neumann und Dirk Sperling das Spiel auf. Überraschend konnten sich beide ganz gut in Stimmung bringen und hielten über den gesamten Durchgang Tuchfühlung zum Heimteam. Am Ende gewann Daniel sein Duell hauchdünn gegen Michael Lüth (883:882). Dirk spielte wieder einmal klasse und verlor gegen den besten Bergedorfer nur sieben Holz (901:908).

Die Hoffnung auf den Zusatzpunkt lebte also. Und so wollten Sebastian Krause und Dietmar Stoof nun weiter Punkte für das ausgegebene Minimalziel sammeln. Während Sebastian ganz gut ins Spiel fand, musste Dietmar den einen oder anderen Rückschlag auf der Startbahn verkraften. Doch auf der zweiten Bahn taute er auf und so waren beide gut im Geschäft. Letztendlich brach Dietmar die gar nicht so anspruchsvolle Bahn 3 das Genick und er blieb mit 860 Holz hinter den Erwartungen zurück. Sebastian konnte  zum Glück die Gegner mit 881 in Schach halten, ohne dabei zu brillieren. Marc Berger (838) und Marcel Dubbe (833) konnten mit ihren Leistungen nicht zufrieden sein. Die 16 Hölzer Rückstand fühlten sich aus 90er Sicht wie eine vertane Chance an.

Spätestens nach der Hälfte der Schlussachse war die Messe gesungen. Und das verdankten die Hamburger dem starken Auftritt ihres Schlussspielers Joachim Kott, der einen Sahnetag erwischte. Mit 910 Holz holte er sich folgerichtig die 12 Punkte für den Tagesbestwert. Auf Seiten des Titelaspiranten sicherte Alexander Wolski mit 886 Holz den wichtigen Zähler. Benjamin Münchow sicherte diesen mit 874 Holz ab, da er einen Heimspieler damit hinter sich ließ. Da Jürgen Böttcher mit 893 ein solides Ergebnis in die Wertung bringen konnte, sah es am Ende, angesichts von 59 Holz Differenz, nach einem souveränen Heimsieg aus.

„Bergedorf hat verdient gewonnen. Wir waren zwar zwischenzeitlich dran, konnten aber im Mitteldrittel nicht den nötigen Druck entfalten, die Heimmannschaft in Bedrängnis zu bringen. Hinten raus haben sie es dann abgebrüht gespielt.“, resümiert Sebastian Krause selbstkritisch.

 

Rivalen Hannover – SV 90 Fehrbellin 3:0 (5418:5333 Holz, 53:25 EWP)

Im Sonntagsspiel wartete Rekordmeister Rivalen Hannover auf die Gäste vom SV 90. Mit nur einem Punktverlust im Laufe der Saison stehen die Niedersachsen auf Rang zwei in der Heimtabelle. Dennoch rechnete man sich Chancen auf den Zusatzpunkt aus.

Doch das Spielglück war an diesem Tag nicht auf Seiten der Rhinstädter. Dies wurde bereits im Startduchgang sichtbar. Dirk Sperling (900) und Jonathan Jaeger (889) lagen nach sieben von acht Gassen knapp in Front. Doch beide mühten sich auf den letzten 15 Würfen und fanden nicht das richtige Rezept. Dies wussten Michael Hanke und Robert Neumann auszunutzen und so schoben sich beide am Ende sogar noch an Dirk vorbei. 901 und 903 Holz standen zu Buche und die Führung betrug 15 Holz.

Die Ernüchterung war Daniel Neumann und Alexander Wolski in der zweiten Achse deutlich anzumerken. Ellrik Freienberg und Kai Hahnefeld hingegen nahmen den Schwung mit und hatten zur Hälfte den Durchgang und das Spiel entschieden. Da sich zwischenzeitlich sogar ein Debakel für die 90er abzeichnete, war man froh, dass wenigstens Kai mit 895 Holz an Dirks Vorlage scheiterte. Ellrik sicherte sich mit starken 911 Holz den Tagessieg. Daniel musste sich mit 867 Holz zufrieden geben, Alex kam immerhin noch auf 884 Holz.

Auf Grund der 32-Punkte-Regel war zwar noch der Zusatzpunkt möglich, jedoch war der Glaube bei den 90ern nicht wirklich vorhanden. Sebastian Krause (900) und Benjamin Münchow (893) spielten zwar solide Ergebnisse. Um noch etwas Zählbares mitzunehmen, wären aber Topergebnisse nötig gewesen. Christian Spyra (900) und Sven Wüllner (908) brachten den Dreier sicher über die Ziellinie.

 

ETV/ Phönix Kiel gewann auch das Heimspiel gegen Stralsund erwartungsgemäß mit 3:0 und setzte sich vorerst wieder an die Tabellenspitze (40:14). Es folgt der SV 90 Fehrbellin (38:16) vor Rivalen Hannover (35:19). Auf den Abstiegsrängen liegen mit Einheit Schwerin (19:35) und Hansa Stralsund (16:38) zwei Mecklenburger Teams. Auch Blau-Weiß Stavenhagen (20:34) muss noch bangen.

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Donnerstag, 21 Februar 2019 20:53

Saison geht in die heiße Phase

Am Wochenende steht der drittletzte Doppelspieltag in der Bundesliga der Bohlekegler an. Für beide Teams des SV 90 Fehrbellin geht es um viel. Das erste Team konnte am letzten Wochenende die Tabellenführung übernehmen. Drei Punkte liegt man vor dem amtierenden deutschen Meister Kiel. Und auch Rekordmeister Hannover ist noch nicht aus dem Rennen. Die bessere Ausgangslage für die restlichen sechs Partien hat aber bei Meister Kiel.

Die Norddeutschen haben noch viermal Heimrecht, die Mannen um 90er Kapitän Dirk Sperling spielen hingegen nur noch zweimal auf der Bahnanlage in der Luchstraße. Da man davon ausgehen muss das weder Stralsund noch Stavenhagen am Wochenende beim Meister punkten werden, müssen die Rhinstädter in der Fremde etwas Zählbares holen, um weiter an Kiel dran zu bleiben. Und diese Aufgabe wird nicht leicht. Am Samstag muss man bei Bergedorf antreten, Sonntag spielt man dann beim Bronzemedaillengewinner des Vorjahres, Rivalen Hannover.

Meister Kiel holte in dieser Saison gerade einmal einen Punkt bei diesen beiden Gegnern. Das müssen die 90er übertreffen, um nicht an Boden zu verlieren. Bergedorf spielt als Neuling eine solide Saison, nur gegen Hannover verließ man die Bahnen als Verlierer. Doch der Spielverlust liegt erst vier Wochen zurück und dürfte noch in den Köpfen der Spieler stecken. Für die 90er ist diese Bahnanlage Neuland. Erst beim Einspielen wird man sehen, wie man auf diesen Bahnen trifft. Das Heimteam ist hingegen noch nicht aller Abstiegssorgen ledig. Durch eine Niederlage würde man noch tief nach unten in der Tabelle rutschen.

Wer nicht den Liveticker verfolgen möchte, kann das Spiel auch im Live-Stream unter Sportdeutschland.TV live verfolgen.

Nach dem Spiel geht es dann am späten Samstagnachmittag nach Hannover. In dieser Saison schaffte es noch kein Team bei den Niedersachsen zu punkten. Nach knapp 700 Wettkampfkilometern und zwei Wettkampftagen hofft das 90er Team natürlich, das Titelrennen weiter offen zu halten. Nach Stand der Dinge kann Dirk Sperling auf sein ganzes Septett zählen. „Alle sind fit und bis in die Haarspitzen motiviert.“, gibt der Ranglistenerste zu Protokoll.

 

Das zweite SV 90 Team hat an diesem Wochenende Heimrecht. Wie der BBC 91 Neuruppin treffen die 90er zweimal auf Teams aus Spandau. Für Kapitän Norbert Krämer und sein Team gibt es kein großes Rechnen. Will man den Abstieg noch verhindern muss am Wochenende ein Sechserpack her und Seyda darf in der Fremde leer ausgehen. Am Samstag um 13 Uhr spielt man gegen den Tabellensechsten Spielgemeinschaft Spandau. Am Sonntag ab 10 Uhr wird dann der Tabellenzweite VKC/FE 27 Spandau in der Rhinstadt der Gegner sein.

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Sechs Spieltage vor Saisonende bleibt die deutsche Meisterschaft im Bohlekegeln in der 1. Bundesliga spannend. Die 90er zeigten in beiden Spielen gegen Kiel und Oldenburg meisterliche Leistungen. Sechs Punkte und die Tabellenführung waren der Lohn. Da Kiel auch in Michendorf nicht über einen Punkt hinaus kam, liegen die Rhinstädter jetzt drei Punkte vor dem Dauerrivalen von der Ostsee. Der Meister hat noch vier Heimspiele, die Rhinstädter zwei. In zwei Wochen muss das 90er Sextett in Bergedorf und Hannover antreten. Sogar Hannover kann durch vier Heimspiele noch in den Titelkampf eingreifen.                                                             

Fehrbellin hatte beide Tage die Bahn sehr gut im Griff. Lohn waren jeweils 3:0 Punkte und 57:21 Punkte in der kleinen Wertung. Damit konnten die Rhinstädter ihren 49. Dreier in Folge auf der Heimbahn einfahren.

 

SV 90 Fehrbellin I - ETV/ Phönix Kiel 3:0 (5456:5216 Holz, 57:21 EWP)

Das Spitzenspiel wurde in diesem Jahr eine einseitige Sache. Bereits nach der Startachse lagen die Hausherren mit 78 Hölzern vorn. Dirk Sperlings 920 Holz sollten wieder einmal Höchstholz werden und Alexander Wolskis 908 Holz bedeuteten am Ende das drittbeste Tagesergebnis. Der Kieler Sascha Brinks konnte mit der Mannschaftsbestleistung von 882 Holz noch einigermaßen mithalten. Deutscher Herren-A-Einzel-Meister Jörn Kemming hatte am Ende nur 868 Holz im Spielbericht.

Auch die Mittelachse der 90er ließ nichts anbrennen. Dietmar Stoofs 916 Holz waren Rang zwei in der Einzelwertung und auch Daniel Neumann lag vier Holz über der magischen 900-Holz-Marke. Die beiden Nationalspieler Alexander Eggers und Kai Ludorf beendeten ihre Spiele mit 871 beziehungsweise 867 Hölzern. Damit lagen alle vier 90er in der Einzelwertung vorn.

Jetzt wollte auch die 90er Schlussachse, Jonathan Jaeger und Sebastian Krause, die 900 knacken. Mit 902 und 906 Holz sorgten sie für die beste Mannschaftsleistung der Saison. Weder Felix Grill (859) noch Jan Künstler (869) hatten eine Chance. Damit trennten beide Teams am Ende 240 Hölzer.

 

SV 90 Fehrbellin I - KSK Oldenburg/ Holstein 3:0 (5414:5212 Holz, 57:21 EWP)

Wieder war auf die 90er Startachse verlass. Alexander Wolski (908) und Dirk Sperling (905) brachten ihr Team mit 68 Holz in Führung. Die Oldenburger Marc Stender und Lars Boller kamen auf 871 und 874 Holz. In Runde zwei und drei wieder das gleiche Bild wie am Vortag. Daniel Neumann, mit 909 Holz bester Einzelspieler, Partner Dietmar Stoof mit glatten 900 Holz sowie Benjamin Münchow (891) und Sebastian Krause (901) lagen wieder vor den Gästeergebnissen. Hier sollte Jan Stender mit 884 Holz bester Spieler werden. In der Endabrechung trennten wieder satte 202 Holz beide Teams.

 

Nicht so gut lief es für die beiden Zweiligisten BBC 91 Neuruppin und SV 90 Fehrbellin II in Vetschau und Seyda. Ohne Punktgewinn musste man die Heimreise antreten. Die Kreissstädter bleiben trotzdem im sicheren Mittelfeld. Die 90er müssen nun sehen, dass sie ihre vier Heimspiele gewinnen und hoffen, dass es noch Schützenhilfe von den anderen Teams gibt.

 

1. KSV Vetschau – SV 90 Fehrbellin II 3:0 (5355:5274 Holz, 48:30 EWP)

Am Ende fehlten dem 90er Team sechs Holz zum Gewinn des Zusatzpunktes. Im Brandenburg-Derby gingen die Hausherren nach der Startachse mit 24 Holz in Führung. Marcus Lehnigk (883) und Michael Kschiwan (892) spielten für die Lausitzer an. Auf 90er Seite kamen Markus Ringgenberg und Ralf Friedrich auf 886 und 865 Holz. Auch in Runde zwei blieb man weiter im Rennen um den Zusatzpunkt, obwohl die Gäste die Holzführung auf 42 Holz ausbauten. Günther Speers 887 Holz sollten bestes Gästeergebnis werden. Partner Michael Nußbaum ließ 10 Holz weniger fallen. Die Heimkegler Markus Lehmann und Lutz Diestel hatten 897 und 885 Holz im Spielbericht. Im letzten Block sicherten dann Mathias Loewa/ Rocco Faustmann (871) und Patrick Diestel (907/ Höchstwert) den Dreier. Das 90er Duo Marco Koch und Norbert Krämer beendeten das Spiel mit 879 und 880 Holz.

 

KC Rot-Weiß Seyda – SV 90 Fehrbellin II 3:0 (5271:5164 Holz, 54:24 EWP)

Nach Runde eins lagen beide Teams gerade einmal 12 Holz auseinander. Seyda kam durch René Arndt und Alexander Freiwald auf 868 und 884 Holz. Fehrbellin II holte mit Günther Speer und Markus Ringgenberg 861 und 879 Holz. Der Mittelblock der Seydaer konnten dann die Führung auf 55 Holz erhöhen. Zudem lagen Rainer Schuldes (871) und Martin Schulze (889) vor Nobert Krämer (861) und Andreas Schubert (856). Damit war der Dreier schon Richtung Heimteam. Die Seydaer Schlussachse Christian Freitag (867) und Olaf Hempel (892) machten den Sieg dann perfekt. Die 853 und 854 Holz von Michael Nußbaum und Ralf Friedrich hatten nur noch statistischen Wert.

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Die Mannen um Kapitän Dirk Sperling werden in dieser Woche nochmals eine Sonderschicht auf der heimischen Kegelbahn einlegen. Immerhin kommt am Samstag der amtierende Meister und Tabellenführer ETV/ Phönix Kiel zum Spitzenspiel nach Fehrbellin. Nach 14 der 22 Spieltagen trennen beide Teams zwei Punkte. Mit einem Dreier würde man das Meisterrennen weiter offenhalten. Der Abo-Meister, acht Mal in Folge holte man den Titel, wird aber alles geben, um die Tabellenführung zur verteidigen. Zudem hat Kiel noch eine Rechnung mit dem 90er Sextett offen. Am ersten Spieltag der Saison erkämpften die Rhinstädter beim Meister den Zusatzpunkt. Jetzt will Kiel wenigstens dieses Minimalziel erreichen. Um 13 Uhr werden die ersten Kugeln bei den Bohlespezialisten rollen.

Aber nicht nur dieses Spiel wird hart umkämpft werden. Auch der Sonntagsgegner Oldenburg gehört zu den spielstärksten Mannschaften in der 1. Bundesliga. Zurzeit liegen die Oldenburger zwar nur auf dem achten Rang, aber dass sie das Kegeleinmaleins beherrschen konnte man am letzten Spieltag sehen, als man zweimal gegen Kiel spielte. Auf der Heimbahn konnte man die Spielpunkte gegen den Meister gewinnen und auf der Kieler Bahnanlage fehlte den Holsteinern nur ein Holz zum Gewinn des Zusatzpunktes. Also heißt es auch am Sonntag ab 10 Uhr mit voller Konzentration in dieses Match zu gehen.

Auf einen Punktverlust der 90er wird sicher auch Rekordmeister Rivalen Hannover hoffen. Der Bronzemedaillengewinner des Vorjahres ist bis auf zwei Zähler an die 90er herangerückt und empfängt am nächsten Doppelspieltag die Ruppiner auf der Heimbahn. Auf brandenburgische Schützenhilfe hoffen die Fehrbelliner am Sonntag. Dann muss Kiel in Michendorf antreten. Auf der Heimbahn ist der Neuling noch unbesiegt. Sollte das Team die Nerven behalten, hat man auch gegen Kiel eine Chance.

In der 2. Bundesliga Süd/ Ost müssen die beiden Ruppiner Teams SV 90 Fehrbellin II und der BBC 91 Neuruppin in der Fremde antreten. Gastgeber sind die beiden Liganeulinge Vetschau und Seyda. Beide Spiele gegen diese Teams sind besonders für die Bundesligareserve des SV 90 Fehrbellin wegweisend. Zurzeit liegt man mit 15 Zählern auf Rang elf. Somit wäre man Absteiger. Kurios, gerade gegen Vetschau (19 Punkte) und Seyda (17 Punkte) am ersten Heimspielwochenende zeigte man eine katastrophale Leistung und verlor vier unnötige Zähler. Danach lief es von Spieltag zu Spieltag besser. Nun rennt man der Gegnerschaft hinterher. Beide Teams liegen direkt vor den 90er in der Tabelle. Ein Punktgewinn gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt würde somit doppelt zählen. Anders sieht es dagegen beim BBC 91 Neuruppin aus. Die Kreisstädter liegen auf einem sehr guten vierten Platz. Mit Punktgewinnen könnten sie sich sogar auf einen Podestplatz spielen und gleichzeitig Schützenhilfe für den SV90 II leisten.

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Für die Bohlespezialisten des SV 90 Fehrbellin stand am abgelaufenen Wochenende der 13. und 14. Spieltag im Kalender. Gegner war an beiden Tagen der Aufsteiger aus Michendorf und Seddin. Die Märker rangierten vor dem Wochenende auf Rang Sechs der Tabelle und konnten vor allem auf der Heimbahn überzeugen.

 

SG Michendorf/ Seddin – SV 90 Fehrbellin 3:0 (5456:5377 Holz, 49:29 EWP)

Am Samstag fand zunächst das Hinspiel in Michendorf statt. Die 90er holten bislang in jedem Auswärtsspiel mindestens einen Zähler. Der Gewinn des Zusatzpunkts wurde also als Minimalziel ausgegeben.

Jonathan Jaeger (898) und Benjamin Münchow (891) schlugen sich im ersten Durchgang über drei Bahnen sehr gut. Doch durch einige unnötige Fehler musste man am Ende doch einen 31-Holz-Rückstand hinnehmen. Norman Lorenz (920) nutzte die Gunst der Stunde und stellte gleich zu Beginn den Tagesbestwert auf. Raphael Kukla (900) konnte mit den letzten Würfen noch am lange führenden 90er vorbeiziehen, was nicht gut für die Zusatzwertung war.

In der Mittelachse sah es zunächst aus, als könnten Daniel Neumann und Dirk Sperling Boden gutmachen. Doch die Heimspieler Ralf-Ingo Buchholz und Marko Friedrich ließen sich von Dirks forschem Start nicht beeindrucken und hielten gut  dagegen. Dirk verlor sogar noch sein Duell mit 914:916 Holz, während Daniel seinen Gegner mit einer durchwachsenen Leistung (885:885) halten konnte.

Der Zusatzpunkt war greifbar. Doch der Aufsteiger war an diesem Tag zu stark. Sowohl Christian Rosga (919) als auch Torsten Wagner (916) konnten sich an Dirk vorbei schieben. Sebastian Krause und Dietmar Stoof fehlte hingegen etwas die Konstanz, so dass am Ende 903 bzw. 886 Kegel umgelegt wurden.

Somit mussten die Titelaspiranten erstmals in dieser Saison die Heimreise mit leeren Händen antreten.

 

SV 90 Fehrbellin – SG Michendorf/ Seddin 3:0 (5388:5179 Holz, 57:21 EWP)

Das Rückspiel am Folgetag  wurde eine sehr einseitige Partie. Während die Rhinstädter ihren Stiefel in gewohnter Manier herunterspielten, fand der Aufsteiger zu keiner Zeit das richtige Tempo.

Dirk Sperling (925) hatte nie Mühe, den Durchgang für sich zu entscheiden. Sein Mitspieler Benjamin Münchow hatte mit 882 Holz etwas zu kämpfen, setzte sich aber am Ende doch recht deutlich von René Lewin (862) und Norman Lorenz (869) ab.

Die Mittelachse verlief ähnlich. Während Dietmar Stoof (903) Bahn und Gegner dominierte, quälte sich Daniel Neumann nach schwachem Start auf 884 Holz. Marko Friedrich und Christian Rosga kamen auf Gästeseite nicht über 861 und 864 Holz hinaus.

Jonathan Jaeger (892) und Sebastian Krause (902) ließen nichts mehr anbrennen. Beide zeigten ein solides Spiel, ohne dabei zu brillieren. Die Ergebnisse von Raphael Kukla (870) und Torsten Wagner (853) hatten nur noch statistischen Wert. Beide schafften es nicht, die Höchststrafe von 57:21 Einzelwertungspunkten abzuwenden.

Den 90ern ist zwar am Sonntag die Revanche für die klare Niederlage am Vortag geglückt, man wird aber noch ein paar Tage dem verschenkten Punkt hinterher trauern.

 

Dauerrivale SG ETV/ Phönix Kiel holte aus den Duellen mit dem KSK Oldenburg/ Holstein 4 Zähler und schrammte auf heimischer Anlage denkbar knapp an einem neuerlichen Punktverlust vorbei. Somit beträgt der Rückstand Fehrbellins auf den Ligaprimus nun zwei Punkte.

In zwei Wochen geben die Herren von der Förde ihre Visitenkarte in Fehrbellin ab. Man wird sicher den Punktverlust aus dem Hinspiel egalisieren wollen. Doch die 90er werden gewappnet sein. Außerdem geht es am Sonntag gegen den KSK Oldenburg/ Holstein. Kiel muss dann nach Michendorf.

Veröffentlicht in Kegeln Herren 1
Mittwoch, 23 Januar 2019 22:17

Derbyzeit in den Kegel-Bundesligen

An diesem Wochenende findet in der ersten und zweiten Bundesliga der Bohlekegler der Wechselspieltag statt. Zahlreiche Derbys warten aus naturgemäß auf die Kegelfans. Dies trifft natürlich auch auf die drei Bundesligateams aus dem Ruppiner Land zu.

Die Erste des SV 90 Fehrbellin wird in der 1. Bundesliga zweimal im Brandenburg-Derby auf die Spielgemeinschaft Michendorf/ Seddin treffen. Beide Teams treffen erstmals aufeinander. Bisher spielt der Liganeuling eine solide Saison. Vor allem auf der Heimbahn holte der Aufsteiger die nötigen Zähler für einen Mittelfeldplatz. 16 der 17 Punkte wurden auf der Heimbahn errungen. Zu dem ist die SG zu Hause noch unbesiegt. Am Samstag müssen die 90er in der Fremde antreten. Doch nicht für alle Spieler im 90er Trikot ist es der erste Auftritt in Michendorf. Vor allem Jonathan Jaeger kennt die Bahnen gut, denn seine alte Kegelheimat Werder liegt im gleichen Landkreis. Dennoch wird man erst nach dem Einspielen abschätzen können, was für das 90er Sextett drin ist. Union Oberschöneweide (36 EWP) und Hannover (32 EWP) gelang der Gewinn des Zusatzpunktes. Natürlich wollen auch die 90er punkten, für drei Punkte scheinen die Trauben hingegen sehr hoch zu hängen.

Am Sonntag um 10 Uhr folgt dann das Rückspiel in der Rhinstadt. Hier will man nicht nur die saubere Weste behalten, auch die kleine Wertung könnte am Ende der Saison noch wichtig werden. Aus diesem Grunde wird man am Samstagabend noch einmal auf der Heimbahn eine Extraschicht hinlegen.

Selbstverständlich wird man auch am Wochenende wieder den Liveticker verfolgen. Meister Kiel muss zweimal gegen Oldenburg spielen, wobei man wohl mit sechs Punkten des Meisters rechnen kann.  

 

In der 2. Bundesliga kommt es zu dem Derby schlechthin. Am Samstag spielt die Herren II ab 13 Uhr auf der Kegelbahn in der Luchstraße gegen den die Nachbarn vom BBC 91 Neuruppin. Beide Teams gehen mit sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen in die beiden Spiele. Am letzten Wochenende konnten die Mannen um Norbert Krämer mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung erstmals einen Sechserpack erkämpfen und damit den Abstiegsplatz verlassen. Nun heißt es nachzulegen. Gerade auf der Heimbahn sollte der Dreier in der Rhinstadt bleiben.

Natürlich kennen auch die Gäste die 90er Bahnanlage aus dem Effeff. Somit kann man von einem spannenden Spiel ausgehen. Die Kreisstädter liegen zurzeit auf dem sicheren fünften Tabellenplatz. Haben im Moment weder mit dem Aufstieg noch mit dem Abstieg etwas zu tun.

Am Sonntag kommt es dann ab 10 Uhr zum Kräftemessen auf der Bahnanlage am Rheinsberger Tor. Aufgrund der Heimstärke der Kreisstädter wäre ein Punktgewinn der 90er wohl schon eine große Überraschung. Natürlich werden die Rhinstädter auch hier versuchen, um den begehrten Zusatzpunkt mitzuspielen.    

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Am ersten Spielwochenende im neuen Jahr standen für die 90er aussichtsreiche Auswärtsaufgaben auf dem Spielplan.

 

SVL Seedorf von 1919 – SV 90 Fehrbellin 2:1 (5515:5457 Holz, 46:32 EWP)

Am Samstag ging die Reise nach Seedorf, wo ein heiß umkämpftes Nordbrandenburg-Derby erwartet wurde. Die Männer vom Rhin können sich noch zu gut an das Saisonfinale 2018 erinnern, als man hier denkbar knapp an einem Sieg und dem damit verbundenen Meistertitel vorbeischrammte.

Und so wollte man mit identischer Taktik – volle Kraft voraus – ins Spiel gehen. Die beiden Ex-Seedorfer Dirk Sperling und Dietmar Stoof setzten das Vorhaben voll um und hielten in einem furiosen Startdurchgang lange Zeit mit ihren Gegenspielern mit. Am Ende musste sich Dirk dem Ex-Fehrbelliner Mathias Metzdorf geschlagen geben (926:934). Dietmar verlor gegen Hans Fulczynski mit 920:930 ähnlich knapp.

Trotz starker Ergebnisse lag man also hinten. In der zweiten Achse konnte man den Rückstand nicht wie gewünscht verkürzen. Zwar holte Sebastian Krause (913) gegen Sebastian Rönning elf Holz. Doch Daniel Neumann blieb hinter seinen eigenen Erwartungen zurück und übergab nach 41 Wurf den Staffelstab an Benjamin Münchow. Dieser brachte mit 894 Holz ein Ergebnis in die Wertung, was die letzten Hoffnungen auf einen Dreier begrub. Zu gut war der Auftritt von Routinier Frank Wilke auf Seedorfer Seite.

Der Zusatzpunkt war jedoch greifbar, da man bereits drei Topergebnisse in der Wertung hatte. Alexander Wolski und Jonathan Jaeger sollten es richten. Doch vor allem Norbert Witzel ließ schnell die Hoffnungen der Gäste verflachen. Nach 15 Würfen hatte er bereits über 20 plus und der Tagessieg schien nur Formsache. Doch ab der zweiten Bahn ließ er nach, dafür kam Max Jannasch immer besser in Fahrt. Die Fehrbelliner hingegen hatten immer wieder kleinere Probleme, was sich am Ende summierte.

Jonathan kam mit 898 Holz nicht am schlechtesten  Heimspieler vorbei. Alex beendete das Spiel mit acht Holz mehr und könnte wenigstens Rönning schlagen. Viele in der Halle hatten also schon das 3:0 für die Hausherren verbucht. Doch plötzlich stockte der Seedorf-Motor. Witsel scheiterte mit einer Abschlusssieben an der Vorgabe von Stoof (920). Nun musste Jannasch über das Ergebnis von Krause. Die Nerven spielten ihm einen Streich und er blieb bei 911 stehen.

Am Ende freuen sich die 90er über einen sehr glücklichen Punktgewinn – vermutlich in erster Linie, weil man endlich einmal Fortuna auf der Seite hatte.

 

KC Einheit 95 Schwerin – SV 90 Fehrbellin 0:3 (5351:5366 Holz, 41:37 EWP)

Wie beim Sieg aus der Vorsaison sollten Sebastian Krause und Daniel Neumann in Schwerin den Grundstein für drei Punkte legen. Mit 904 und 895 Holz konnte man eine Führung von 40 Holz erkämpfen. Falko Wachholz (900) hielt noch gut dagegen. Matthias Bernotat erwischte jedoch einen rabenschwarzen Tag. Nach vier Fünfen am Stück kam Thomas Kunst für ihn ins Spiel. Über 859 Holz kam das Duo jedoch nicht hinaus.

In der Mittelachse schwächelten dann die 90er. Benjamin Münchow fing klasse an, durch einige unnötige Fehler blieb er mit 888 Holz jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück. Dennoch ein Schritt nach vorn für den derzeit mit der Form hadernden 27-jährigen. Er verlor gegen Routinier Reinhard Dallmann elf Zähler. Youngster Jonathan Jaeger musste feststellen, dass er seinen Wurf nicht auf die Anlage einstellen konnte. Alexander Wolski sprang in die Bresche. Nach vielen Aufs und Abs musste er sich gegen Mathias Gierke knapp mit 870:874 geschlagen geben.

Ein Vorsprung von 25 Holz blieb für Dietmar Stoof und Dirk Sperling. Auch, wenn das in Schwerin ein dickes Brett ist, musste man achtsam sein, denn die beiden stärksten Spieler standen in den Startlöchern. Holger Trojahn (906) und Michael Heerkloß (913) spulten ihr Programm sehr gut herunter und setzten den Titelanwärter unter Druck. Doch Dietmar und Dirk ließen sich nicht abschütteln. Beide verloren ihre Duelle zwar knapp (Dietmar 897, Dirk 912), brachten aber den Sieg mit 15 Holz doch recht sicher ins Ziel.

Unter dem Strich steht ein gewohnt knappes Ergebnis. Sebastian Krause: „In Schwerin sind die Spiele immer eng. Doch die Bahn liegt uns. Wir fahren hier immer her, um zu gewinnen.“

 

Nach dem letzten Wurf galt zunächst alle Aufmerksamkeit dem Handy. Nico Witter, der mittlerweile für die Berliner Hertha spielt und mit dieser zu Gast in Kiel war, informierte über die Entwicklungen vor Ort. Die Hertha – auswärts immer für einen Punkt gut – war dick im Geschäft, lag nach 4 Startern mit nur 22 Holz zurück. Für den Sieg reichte es zwar am Ende nicht, doch konnte man dem Meister einen Punkt abjagen. Willkommene Schützenhilfe für die 90er, die ihre Chancen auf den Titel angesichts von nur einem Punkt Rückstand wieder wittern.

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