Montag, 11 März 2019 12:43

Fehrbellin hat die Meisterschaft in der eigenen Hand

Am 19. und 20. Spieltag hatten die Bundesligakegler aus Fehrbellin zwei vermeintlich einfache Gegner zu Gast. Mit dem SV Blau-Weiß Stavenhagen und dem KV Hansa Stralsund kamen zwei Clubs, die in dieser Saison auswärts noch nichts reißen konnten. Die 90er hingegen behielten zuletzt in 49 Heimspielen in Serie die weiße Weste. Doch der Jubiläums-Sieg musste hart erkämpft werden.

 

SV 90 Fehrbellin - SV Blau-Weiß Stavenhagen 3:0 (5400:5283 Holz, 51:27 EWP)

Die 90er Startachse Alexander Wolski/ Dirk Sperling sorgte für eine beruhigende 68-Holz-Führung. Kurios: Alexander gelang mit 908 Holz zum dritten Mal in Folge auf der Heimbahn das gleiche Ergebnis. Dirk sicherte sich mit fünf Holz mehr wieder einmal den Tagesbestwert. Auf Seiten der Gäste konnten Klaus Wehrmann und Sven Wiesener 886 und 874 Holz abräumen.

In der Mittelachse zeigte 90er Dietmar Stoof eine sehr gute Leistung. Lohn war die Einstellung der Tagesbestleistung seines Kapitäns. Partner Benjamin Münchow quälte sich über alle vier Bahnen und konnte mit 871 Holz einen Kegel mehr erspielen, als Gästespieler Andreas Huth, der es mit einer Abschlussfünf versäumte, noch mehr Spannung in die Partie zu bringen. Da der zweite Stavenhagener Torsten Schwarz mit 890 Holz ein Topergebnis erkämpfte, war die Entscheidung um den Zusatzpunkt dennoch offen.

Die 90er Schlussachse Jonathan Jaeger/ Sebastian Krause sollte nun dafür sorgen, dass der Dreier in der Rhinstadt bleibt. Aber insbesondere Stavenhagens Steffen Ast hatte etwas dagegen. Lange Zeit sorgte er dafür, dass das Heimteam zittern musste. Trotz der Mannschaftsbestleitung von 897 Holz blieben aber alle drei Punkte beim Favoriten. Sebastian Krause lag am Ende noch zehn Holz über dem Bestwert des Gästekeglers und Jonathan Jaeger komplettierte mit 888 Holz den 50. Heim-Dreier in Folge. Stavenhagens Klaus-Dieter Zaluski konnte mit 866 Holz nichts ausrichten.

 

SV 90 Fehrbellin - KV Hansa Stralsund 3:0 (5362:5209 Holz, 56:22 EWP)

Für 90er Alexander Wolski gab es bereits vor dem ersten Wurf Grund zur Freude. Seit 14 Jahren spielt er mit den 90ern in der Bundesliga. Es war gegen Stralsund das insgesamt 306. Spiel. Der Rhinstädter trug an diesem Tag zum 300. Mal das 90er Trikot und konnte als Erinnerung ein Präsent entgegennehmen.

Es sollte ein Arbeitssieg für das Fehrbelliner Sextett werden. Alexander Wolski (891) und Dirk Sperling (906) brachten die 90er Farben mit 63 Holz sicher in Führung, kamen jedoch an die Vortagsergebnisse nicht heran. Für die Kegler von der Ostsee kamen Andreas Kammann und Manfred Dill auf 860 und 874 Hölzer. Auch der Mittelblock ging erwartungsgemäß an die Hausherren. Dietmar Stoof erspielte mit 897 Holz Durchgangsbestwert. Benjamin Münchow zeigte sich mit 881 Hölzern leicht verbessert. Da die Stralsunder Udo Berndt und Joachim Rasch den Wettkampf mit 854 beziehungsweise 878 Holz beendeten, lagen alle vier 90er vorne. Dass es für Stralsund nicht die Höchststrafe gab, konnten die Gäste Torsten Hochmann verdanken, der mit 883 Holz zwei Holz über dem Ergebnis von Benjamin Münchow lag. Partner Christian Ziems beendete den Wettkampf mit 860 Holz. Auf Gastgeberseite konnte Jonathan Jaeger mit 898 Holz das zweibeste Tagesergebnis erspielen, während sich Sebastian Krause zu 889 Holz mühte.

 

Vor dem letzten Doppelspieltag liegen die 90er nun wieder auf Rang eins der Bundesliga-Tabelle - zwei Punkte vor Meister Kiel, die in Schwerin und Seedorf jeweils einen Zähler erkämpften. In zwei Wochen haben die Kieler Heimrecht gegen Bergedorf und Hannover. Die Rhinstädter spielen bei den beiden Hauptstadtclubs Hertha BSC und Union. Will man den zweiten Titel nach Fehrbellin holen, muss man vier Punkte holen, vorausgesetzt die Kieler holen auf den Heimbahn jeweils den Dreier.

Hertha BSC gab bislang nur vier Punkte auf der Heimbahn ab – drei davon gegen den Meister aus Kiel. Die 90er konnten bereits drei Mal in neun Versuchen bei der Hertha gewinnen, drei Mal ging man mit dem Zusatzpunkt nach Hause.

Gelingt ein Sieg, muss der SV 90 am Sonntag gegen Union Oberschöneweide nur den Zusatzpunkt holen. Die Unioner kämpfen derzeit mit einer Formdelle. War man als Medaillenanwärter in die Saison gestartet, findet man sich derzeit mit einem ausgeglichenen Punktekonto im Niemandsland der Tabelle wieder. Gerade die heimischen Leistungen lassen zu wünschen übrig. Gegen Kiel und Hertha setzte es in der Rückrunde schmerzhafte Niederlagen. Dazu der Punktverlust gegen Seedorf, als man mit nur vier Holz gewinnen konnte. Vermutlich ist hier eher der Sieg für Fehrbellin möglich, als am Samstag. Doch darauf wird man es nicht ankommen lassen wollen.

Auch Rekordmeister Rivalen Hannover hat noch Außenseiterchancen auf die Meisterschaft. Dazu müsste Hannover aber sowohl in Oldenburg, als auch in Kiel siegen.