Donnerstag, 07 März 2019 15:18

Fernduell mit Kiel geht in die nächste Runde

Wie viel Punkte – aktuell sind es zwei – liegen nach dem vorletzten Doppelspieltag zwischen Meister Kiel und Vizemeister SV 90 Fehrbellin? Gibt es wieder ein Herzschlagfinale um die deutsche Meisterschaft, wie es im Vorjahr der Fall war, oder hat der Titelverteidiger bereits den neunten Meistertitel in Folge unter Dach und Fach? Am vorletzten Spielwochenende ist beides möglich.

Dies liegt an der Konstellation, dass Kiel auswärts antreten muss, während die 90er Heimrecht haben. Das wiederum heißt für die letzten Spiele, dass der Titelverteidiger zu Hause wohl sichere sechs Punkte einfahren wird, während die 90er sich in Berlin jeden Punkt hart erkämpfen muss.

Vereinfacht gesagt: Sollte Kiel nach den beiden kommenden Spielen in Seedorf und Schwerin auch nur ein Pünktchen vor den 90ern liegen – dazu müsste man mindestens fünf Punkte in der Fremde holen – wäre der Titel praktisch so gut wie sicher. Sollten es gar alle sechs Zähler werden, wird selbst der kühnste Optimist auf Seiten der 90er die Hoffnung auf die Meisterschaft in diesem Jahr begraben. Dann nämlich müsste der Meister zu Hause an beiden Tagen den Zusatzpunkt hergeben und Fehrbellin zwei Auswärtssiege einfahren. Fragt sich, was davon unwahrscheinlicher ist.

 

Hausaufgaben machen

Doch bei all den Rechenspielen darf man nicht vernachlässigen, dass die Punkte erst einmal in der Rhinstadt bleiben müssen. Klar, von der Papierform her erwartet man zwei klare Heimsiege. Ganze 49 Spiele musste der SV 90 nicht mehr dem Gegner zu einem Punktgewinn gratulieren – eine beeindruckende Serie. Und keiner zweifelt daran, dass Nummer 50 und 51 folgen werden. Doch meistens passiert es, wenn man sich zu sicher fühlt.

Die Gegner vom SV Blau-Weiß Stavenhagen und KV Hansa Stralsund liegen in der Tabelle auf Rang zehn und zwölf. Während Stralsund nur noch ein Wunder helfen kann, zählt für die Reuterstädter jeder Unterwertungspunkt für den Klassenerhalt. Doch auf fremden Bahnen sind beide Teams bislang zahnlose Tiger. Kein einziger Punkt steht aus neun Gastspielen zu Buche.

Dennoch ist Vorsicht geboten. Beide Teams kennen die Bahnen, verfügen über gute Einzelspieler und haben erfahrungsgemäß weniger Probleme, sich auf die fehrbelliner Wurfanlage einzustellen, als es bei tabellarisch besser positionierten Clubs zu beobachten war. Zudem fehlt mit Daniel Neumann voraussichtlich der Spieler in Reihen der 90er krankheitsbedingt, der beim letzten Heimauftritt den Tagesbestwert erspielte. Einen weiteren Ausfall – Sebastian Krause ist mit Rückenproblemen noch fraglich – sollte es nicht geben.

„Ich hatte Anfang der Woche Schmerzen im oberen Rücken, habe mich aber gut erholt und werde zu 99 Prozent spielen können.“, ist Sebastian am Donnerstagnachmittag optimistisch. „Bei Daniel sieht das etwas anders aus. Er hatte Fieber und liegt mit Angina flach. Im Hinblick auf das Saisonfinale werden wir ihn nur einsetzen, wenn er zu 100 Prozent fit ist.“

 

Ein Auge gilt dem Liveticker

Natürlich drücken die 90er auch dem langjährigen Rivalen aus Seedorf sowie Abstiegskandidat Einheit Schwerin die Daumen. Denn auf deren Schützenhilfe ist man angewiesen, will man realistische Chancen auf den Titel behalten. Im vergangenen Jahr holte Kiel in Schwerin (32 EWP) und Seedorf (33 EWP) jeweils knapp den Zusatzpunkt.

Schwerin rangiert in der Tabelle auf dem vorletzten Platz und hat einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer. Es besteht also kein Zweifel, dass die Mecklenburger bis in die Haarspitzen motiviert sein werden. Allerdings ist man mit acht abgegebenen Punkten das zweitschwächste Heimteam der Liga.

Seedorf liegt mit 25 Punkten auf Rang vier der Heimtabelle und musste erst zweimal den Zusatzpunkt abgeben. Gegen den Meister will man die gute Heimbilanz bestätigen. Doch in den vergangenen Wochen fehlten die absoluten Topergebnisse, die man gegen den Serienmeister brauchen wird.

 

Abstiegsangst in der zweiten Bundesliga

Aber nicht nur in der deutschen Eliteliga geht es spannend für die 90er zu. Auch die Zweite braucht dringend ein Erfolgserlebnis in der Fremde. Drei Punkte trennen die Mannen um Kapitän Norbert Krämer von einem Nichtabstiegsplatz.

Am Wochenende reist man wie der BBC 91 Neuruppin in die Bundeshauptstadt. Zweimal geht es zur Kegelbahnanlage Hämmerlingstraße. Gegner sind Sparta Berlin und Union Oberschöneweide II. Natürlich will man wenigstens um den Zusatzpunkt beim Tabellensechsten beziehungsweise Tabellendritten mitspielen. Auch hier hofft man auf gleichzeitige Schützenhilfe der beiden Spandauer Teams die in Seyda. Mit zwei Siegen könnten die Kegler aus Sachsen-Anhalt den Klassenerhalt perfekt machen und damit die 90er in die Landesliga schicken.