Sonntag, 24 Februar 2019 13:58

Tabellenführung eingebüßt

Am 17. und 18. Spieltag der Bohlekegel-Bundesliga hatten die 90er schwere Auswärtsaufgaben vor der Brust. Bergedorf und Hannover zeigten sich in guter Verfassung gegen den Tabellenführer. Selbige musste man zwar an Dauerrivalen Kiel abgeben, ist aber angesichts eines Rückstands von lediglich zwei Punkten weiter zuversichtlich, das Ruder in den letzten vier Spielen noch herumzureißen.

 

SKV Bergedorf – SV 90 Fehrbellin 2:1 (5344:5285 Holz, 44:43 EWP)

Nach dem Einspielen hätten die 90er sofort ein 2:1 unterschrieben. Doch nach dem Spielverlauf sah die Sache etwas anders aus.

Bereits nach wenigen Würfen im Einspielen konnte man erkennen, dass die Bahn den Spielern einen außergewöhnlichen Wurf abverlangen wird. Alle Spieler der Gäste hatten größten Respekt vor den Leistungen, die in den vergangen Spielen auf dieser Anlage gezeigt wurden. Doch auch solche Brocken liegen auf dem steinigen Weg zur Meisterschaft.

So nahmen die Rhinstädter in Person von Daniel Neumann und Dirk Sperling das Spiel auf. Überraschend konnten sich beide ganz gut in Stimmung bringen und hielten über den gesamten Durchgang Tuchfühlung zum Heimteam. Am Ende gewann Daniel sein Duell hauchdünn gegen Michael Lüth (883:882). Dirk spielte wieder einmal klasse und verlor gegen den besten Bergedorfer nur sieben Holz (901:908).

Die Hoffnung auf den Zusatzpunkt lebte also. Und so wollten Sebastian Krause und Dietmar Stoof nun weiter Punkte für das ausgegebene Minimalziel sammeln. Während Sebastian ganz gut ins Spiel fand, musste Dietmar den einen oder anderen Rückschlag auf der Startbahn verkraften. Doch auf der zweiten Bahn taute er auf und so waren beide gut im Geschäft. Letztendlich brach Dietmar die gar nicht so anspruchsvolle Bahn 3 das Genick und er blieb mit 860 Holz hinter den Erwartungen zurück. Sebastian konnte  zum Glück die Gegner mit 881 in Schach halten, ohne dabei zu brillieren. Marc Berger (838) und Marcel Dubbe (833) konnten mit ihren Leistungen nicht zufrieden sein. Die 16 Hölzer Rückstand fühlten sich aus 90er Sicht wie eine vertane Chance an.

Spätestens nach der Hälfte der Schlussachse war die Messe gesungen. Und das verdankten die Hamburger dem starken Auftritt ihres Schlussspielers Joachim Kott, der einen Sahnetag erwischte. Mit 910 Holz holte er sich folgerichtig die 12 Punkte für den Tagesbestwert. Auf Seiten des Titelaspiranten sicherte Alexander Wolski mit 886 Holz den wichtigen Zähler. Benjamin Münchow sicherte diesen mit 874 Holz ab, da er einen Heimspieler damit hinter sich ließ. Da Jürgen Böttcher mit 893 ein solides Ergebnis in die Wertung bringen konnte, sah es am Ende, angesichts von 59 Holz Differenz, nach einem souveränen Heimsieg aus.

„Bergedorf hat verdient gewonnen. Wir waren zwar zwischenzeitlich dran, konnten aber im Mitteldrittel nicht den nötigen Druck entfalten, die Heimmannschaft in Bedrängnis zu bringen. Hinten raus haben sie es dann abgebrüht gespielt.“, resümiert Sebastian Krause selbstkritisch.

 

Rivalen Hannover – SV 90 Fehrbellin 3:0 (5418:5333 Holz, 53:25 EWP)

Im Sonntagsspiel wartete Rekordmeister Rivalen Hannover auf die Gäste vom SV 90. Mit nur einem Punktverlust im Laufe der Saison stehen die Niedersachsen auf Rang zwei in der Heimtabelle. Dennoch rechnete man sich Chancen auf den Zusatzpunkt aus.

Doch das Spielglück war an diesem Tag nicht auf Seiten der Rhinstädter. Dies wurde bereits im Startduchgang sichtbar. Dirk Sperling (900) und Jonathan Jaeger (889) lagen nach sieben von acht Gassen knapp in Front. Doch beide mühten sich auf den letzten 15 Würfen und fanden nicht das richtige Rezept. Dies wussten Michael Hanke und Robert Neumann auszunutzen und so schoben sich beide am Ende sogar noch an Dirk vorbei. 901 und 903 Holz standen zu Buche und die Führung betrug 15 Holz.

Die Ernüchterung war Daniel Neumann und Alexander Wolski in der zweiten Achse deutlich anzumerken. Ellrik Freienberg und Kai Hahnefeld hingegen nahmen den Schwung mit und hatten zur Hälfte den Durchgang und das Spiel entschieden. Da sich zwischenzeitlich sogar ein Debakel für die 90er abzeichnete, war man froh, dass wenigstens Kai mit 895 Holz an Dirks Vorlage scheiterte. Ellrik sicherte sich mit starken 911 Holz den Tagessieg. Daniel musste sich mit 867 Holz zufrieden geben, Alex kam immerhin noch auf 884 Holz.

Auf Grund der 32-Punkte-Regel war zwar noch der Zusatzpunkt möglich, jedoch war der Glaube bei den 90ern nicht wirklich vorhanden. Sebastian Krause (900) und Benjamin Münchow (893) spielten zwar solide Ergebnisse. Um noch etwas Zählbares mitzunehmen, wären aber Topergebnisse nötig gewesen. Christian Spyra (900) und Sven Wüllner (908) brachten den Dreier sicher über die Ziellinie.

 

ETV/ Phönix Kiel gewann auch das Heimspiel gegen Stralsund erwartungsgemäß mit 3:0 und setzte sich vorerst wieder an die Tabellenspitze (40:14). Es folgt der SV 90 Fehrbellin (38:16) vor Rivalen Hannover (35:19). Auf den Abstiegsrängen liegen mit Einheit Schwerin (19:35) und Hansa Stralsund (16:38) zwei Mecklenburger Teams. Auch Blau-Weiß Stavenhagen (20:34) muss noch bangen.