Sonntag, 08 Oktober 2017 15:14

Fehrbelliner Bundesligakegler auswärts erfolgreich

Am zweiten Spielwochenende reisten die Fehrbelliner Erstligakegler nach Niedersachsen. Gegner waren mit dem VfL Stade und dem KSK Rivalen Hannover zwei bekannte Mannschaften. Stade kämpft seit 2008 durchgängig in der höchsten deutschen Spielklasse um die Hölzer, gegen Hannover musste man in allen zehn zurückliegenden Erstligaspielzeiten ran.

VfL Stade – SV 90 Fehrbellin 0:3 (5271:5366 Holz, 28:50 EWP)

Mit gemischten Gefühlen gingen die 90er Bundesligakegler in die Auswärtspartien. Einerseits hatte man zu Hause mehr als überzeugend gewonnen, andererseits war man auf Grund der Auswärtsauftritte von Kiel (3 Punkte in Ilsenburg), Hertha BSC (2 Punkte in Stavenhagen und Stralsund) und allen voran Union Oberschöneweide (6 Punkte in Stavenhagen und Stralsund) am ersten Spielwochenende bereits etwas unter Zugzwang. Außerdem wusste man nicht, was in Stade zu erwarten war. Nach jahrelangem Kampf gelang am Ende der letzten Spielzeit endlich der langersehnte Dreier bei den Randhamburgern. Doch Stade war zu diesem Zeitpunkt in der Tabelle jenseits von Gut und Böse. Wie war dieser Sieg also einzuordnen, war Stade bis zur letzten Saison doch eine Heimmacht?

Bereits beim Einspielen stellten die Rhinstädter im Sportcenter Alpabowl fest, dass die Bahnen nach Instandhaltungsarbeiten in der Sommerpause wesentlich neutraler geworden waren. Und das spielte dem Vizemeister in die Karten. Dirk Sperling und Daniel Neumann begannen furios und zeigten über die gesamten 120 Wurf gegenüber den Heimspielern Bernd Heidtmann und Bert Maashöfer kein Erbarmen. Es machte phasenweise den Eindruck, als würden die Fehrbelliner den Stadern zeigen, wie die eigenen Bahnen zu bespielen sind. Über die 908 Holz von Sperling und Neumann konnte die gesamte Halle nur staunen. Im Training hatte man solche Werte in dieser Saison noch nicht gesehen. Heidtmann (883 Holz) und Maashöfer (887 Holz) bestätigten die Trainigsleistungen, handelten sich dennoch einen satten Rückstand von 46 Holz ein.

Sollte der Mittelblock nun für die Hausherren mit Rolf Meiritz und Torsten Walter die Wende bringen, war die Zielsetzung für Alexander Wolski und Dietmar Stoof eine ganz andere. Und bereits der jeweils erste Wurf zeigte, in welche Richtung es gehen wird. Während Meiritz (5) und Walter (6) gleich einen Dämpfer hinnehmen mussten, setzten Wolski und Stoof jeweils eine Acht dagegen. Fortan bauten die 90er die Führung auf über 100 Holz aus, während die Hausherren die drohende Niederlage zusehends mit Humor sahen. Am Ende standen für Wolski 895 Holz und für Stoof 889 Holz im Protokoll. Meiritz (864) und Walter (861) fügten sich hingegen ihrem Schicksal.

In der Schlussachse hatten Benjamin Münchow/ Nico Witter (874) und Sebastian Krause (892) wenig Mühe, den Vorsprung gegenüber Dag Maibaum (878) und Ralf Schmidt (898) über die Ziellinie zu retten. Während für den SV 90 der höchste Auswärtssieg der Bundesligageschichte zu verzeichnen ist, bleibt gerade im Hinblick auf die Heimspiele gegen Kiel und Oberschöneweide zu hoffen, dass sich die Spieler des VfL Stade an diesem Tage etwas abgeschaut haben.

 

Rivalen Hannover – SV 90 Fehrbellin 3:0 (5389:5347 Holz, 50:28 EWP)

Nach dem saisonübergreifend sechsten Sieg in Folge gingen die Männer um Kapitän Dirk Sperling optimistisch in die Partie gegen Hannover. In den letzten Jahren kam man immer besser mit den Bahnen der Rivalen zurecht. An einen Sieg zu denken, wäre etwas vermessen, doch der Zusatzpunkt, den man in drei von zehn Auftritten verbuchen konnte, war durchaus im Bereich des Machbaren.

Doch im Gegensatz zu den letzten Duellen war Fortuna an diesem Tag nicht auf Fehrbelliner Seite. Schon im ersten Durchgang mussten sich Daniel Neumann (894) und Sebastian Krause (895) hauchdünn gegen Heimspieler Michael Hanke (896) geschlagen geben – erste Rückschläge im Hinblick auf die Vergabe des Zusatzpunktes. Robert Neumann zog allen anderen davon und sorgte mit der Tagesbestleistung von 915 Holz für eine Heimführung von 22 Kegeln.

Im Mitteldrittel stand das Spiel nun auf der Kippe. Dirk Sperling und Benjamin Münchow setzten die beiden Youngster Ellrik Freienberg und Kai Hahnefeld von Beginn an unter Druck. Hielten sie anfangs noch gut dagegen, ließen beide auf der letzten Linksgasse Federn, sodass 15 Kugeln vor Schluss die Führung zu Gunsten der 90er wechselte. Doch die Heimspieler kamen bei den letzten Würfen wieder in Tritt und konnten das Blatt erneut wenden. Zu allem Übel knackte am Ende Kai Hahnefeld ebenso mit einer Punktlandung von 896 Hölzern die vorgelegten Gästeergebnisse, wie sein Mannschaftskamerad in der Startachse. Wenigstens Dirk Sperling konnte dieses Ergebnis mit dem letzten Wurf egalisieren. Benjamin Münchow hingegen haderte mit der letzten Bahn und blieb bei guten 892 Holz stehen. Freienbergs 880 Holz bedeuteten einen knappen 10-Holz-Rückstand.

Klar war also: Alexander Wolski und Nico Witter brauchten Ergebnisse über 896 Holz, dann wäre der Zusatzpunkt sicher, egal was die Hannoveraner Schlussachse spielten. Beide begannen gut, konnten ihr Spiel jedoch nicht konstant durchziehen. Christian Spyra und Sven Wüllner hingegen spielten ihren Stiefel relativ souverän runter und konnten die zwei Spielpunkte mit 899 und 903 sichern. Da Wolski (887) und Witter (883) die Vorgabe verfehlten, blieb auch der dritte Punkt an diesem Tag in Hannover.

 

Alles in allem müssen sich die Rhinstädter nichts vorwerfen. Die Ergebnisse waren durch die Bank gut und mit etwas mehr Glück wäre wieder etwas Zählbares ins Heimgepäck gewandert. Mit dem Samstagssieg kann man trotzdem auf eine gute Punktausbeute am Wochenende zurück blicken.

Zu erwähnen bleibt noch, dass Kiel zu Hause erwartungsgemäß 6 Punkte holte, genau wie Hannover. Nach dem überraschenden Punktverlust am Samstag gewann Union Oberschöneweide am Sonntag mit 3:0 und übernahm mit 11 Punkten die Tabellenführung vor Fehrbellin und Kiel (beide 9 Punkte).  Der SVL Seedorf rangiert nach einem Auswärtspunkt in Berlin auf dem geteilten 4. Rang (7 Punkte).

Mehr in dieser Kategorie: « SV 90 Fehrbellin deutscher Vizemeister