Sonntag, 12 März 2017 15:08

SV 90 siegt erstmals in Stade – Silber fast sicher

KSK Oldenburg/ Holstein – SV 90 Fehrbellin 3:0 (5388:5307 Holz, 48:30 EWP)

Am Samstag in Oldenburg lautete die Zielstellung, endlich einen Punkt zu erringen. Im vergangenen Jahr war man schon knapp dran – lediglich ein Einzelpunkt fehlte.

Dazu wollte man im Startblock mit Daniel Neumann und Alexander Wolski gleich zwei Duftmarken setzen. Beide begannen gegen die starke Bruder-Achse Jan und Marc Stender gut, führten sogar nach der ersten Bahn. Doch dann hatten beide Probleme mit den Außenbahnen und verloren deutlich an Boden. Am Ende kämpfte sich Neumann noch auf 886 hoch, Wolski blieb mit 882 Holz knapp dahinter. Die Stenders waren hingegen eine Klasse besser. Jan kam mit 904, Marc sogar mit 909 Holz von der Bahn. Das Spiel war somit schon zu Gunsten der Oldenburger vorentschieden.

In der Mittelachse wurden vier Spieler auf einem Niveau aufgeboten. Nils Wieske und Arnim Barkholtz kämpften sich auf Seiten der Gastgeber nah an die vorgelegten Gästeergebnisse heran. Wieske zog mit 885 an Wolski vorbei, scheiterte jedoch an den 886 von Neumann. Barkholtz kam nicht über 880 Holz hinaus und lag bis dato auf dem letzten Platz. Für die 90er kamen Benjamin Münchow und Nico Witter zum Einsatz. Während sich Münchow mit dem letzten Wurf vor Wieske setzte (885), fehlte Witter ein Holz (884). Der Zusatzpunkt war nun absolut im Bereich des Möglichen.

Die Rhinstädter schickten mit Dirk Sperling und Sebastian Krause zwei heiße Eisen ins Feuer, für Oldenburg kamen die Routiniers Matthias Hübner und Jörg Vogelmann zum Einsatz. Die Heimkegler zogen einsam ihre Kreise. Sperling und Krause konnten drei Bahnen lang nur bedingt gegenhalten. Jörg Vogelmann war zu diesem Zeitpunkt auf 12-Punkte-Kurs, Hübner noch gerade so in Reichweite. Einer der beiden Fehrbelliner musste ihn schlagen, um auf 32 EWP kommen zu können. Doch Hübner machte an diesem Tag keine Geschenke, so dass die guten Ergebnisse auf den 90er Schlussbahnen nicht genug waren. Am Ende reihten sich Sperling (884) und Krause (886) in die geschlossene Mannschaftsleistung ein. Kurios: Alle sechs lagen innerhalb von vier Holz. Vogelmann machte seinen persönlichen Tagessieg mit sehr guten 912 Holz perfekt, Hübner kam auf 898 Holz.

Unter dem Strich mussten die Mannen um Dirk Sperling konstatieren, dass der Punkt zwar drin war - Sperling hätte 2 Holz, Witter 1 Holz mehr spielen müssen - Oldenburg aber die 3 Punkte nicht unverdient errungen hatte.

 

VfL Stade – SV 90 Fehrbellin 0:3 (5199:5220 Holz, 37:41 EWP)

Am Sonntag hatte Fehrbellin die letzte Auswärtsaufgabe vor der Brust. Der VfL Stade, eine normalerweise stabile Heimmannschaft, die jedoch in diesem Jahr schon Federn lassen musste und somit etwas verunsichert ins Spiel ging, empfing die Brandenburger.

Diese Verunsicherung wollte die Startachse, bestehend aus Dirk Sperling und Alexander Wolski, nutzen. Beide hielten von Anfang an voll dagegen. Obwohl Ralf Schmidt für die Gastgeber mit 886 Holz den Mannschaftsbestwert erzielte, holten die beiden Fehrbelliner eine 18-Holz-Führung. Alexander Wolski kam auf 865 Holz und Dirk Sperling zeigte zum wiederholten Mal eine Topleistung in Stade. Mit 889 Holz nahm er seinem Gegenspieler Bernd Heidtmann 39 Holz ab.

 

Im Mittelblock setzte sich der Trend fort. Thorsten Linkenbach und Ralf Boldt steuerten 846 und 872 Holz für Stade bei. Dies nutzten Benjamin Münchow (861 Holz) und Daniel Neumann (859 Holz), um den Vorsprung auf 20 Holz zu erhöhen.

 

Noch nie war der Sieg in Stade in so greifbarer Nähe. Doch noch war nichts in trockenen Tüchern. An diesem Tag lief es einfach für die Blau-Gelben. Sebastian Krause (870) und Dietmar Stoof (876) zeigten gute Leistungen und konnten gegenüber Dag Maibaum (876) und Bert Maashöfer (869) sogar ein weiteres Holz gewinnen. Der Plan ging auf und der erste Dreier bei den Norddeutschen war obendrein verdient. Fehrbellin hat sich einfach weniger Fehler geleistet.

 

 

 

Rechenspiele

 

Nun war die Frage, was die Verfolger gemacht haben.

 

Hannover büßte zu Hause einen Punkt gegen Kiel ein, gewann aber klar gegen Husum. Damit kommen sie auf 36 Punkte und müssen noch zu Union und Hertha BSC. Union hingegen blieb auswärts in Stavenhagen und Stralsund ohne Punkte, hat 32 Punkte und eine schlechte Unterwertung. Die 90er kommen 2 Spiele vor Schluss auf 38 Punkte mit sehr guter Unterwertung. Kiel steht unterdessen mit 47 Punkten als alter und neuer deutscher Meister fest.

 

Heißt für die 90er: Mit 4 Punkten aus den letzten beiden Spielen (Stavenhagen/ Stralsund) ist Silber nicht mehr zu nehmen. Dass Stavenhagen (32 Punkte, spielt in Fehrbellin/ Seedorf) zwei Auswärtssiege landet und Fehrbellin beide Heimspiele verliert, können sich selbst kühnste Optimisten  nicht vorstellen. Union kann bei sechs Punkten Rückstand und schlechter Unterwertung nicht mehr an den Fehrbellinern vorbeiziehen. Somit sollte Fehrbellin die Saison im schlimmsten Fall auf Platz drei beenden.